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Vendredi 11.11.2016 | 20:00 | Tickets
Samedi 12.11.2016 | 20:00 | Tickets

Tickets: 27,00 €
Reduziert: 14,00 €
PlacesNummerierte Plätze
Réservation par téléphoneT. (+352) 47 08 95 1 luxembourgticket.lu

Fremd bin ich eingezogen…

Szenische Wanderung durch Franz Schuberts „Winterreise“


Zwischen zwei jungen Menschen zerbricht eine aufkeimende Beziehung. Er, ein Wandergesell, verläßt enttäuscht das Städtchen seiner Liebe, fortgejagt und erstarrt in unterdrückten Emotionen. Der Winter bricht herein. Immer wieder träumt er sich in die verlorene Vergangenheit hinein, heiße Sehnsucht flammt auf und erstirbt wieder in der klirrenden Kälte seiner Realität. Resigniert läßt er sich in die Irre führen und findet schließlich ermattet einen Schlupfwinkel. Doch das gequälte Herz kommt nicht zur Ruhe: wieder suchen ihn verlockende Träume heim, Todessehnsucht kommt auf. Schon verfolgt ihn eine Krähe, die den nahen Tod wittert, und seine letzte Hoffnung fällt mit einem welken Blatt zu Boden. Nachts durchquert er ein schlafendes Dorf und erkennt sich entgültig als ein Ausgestoßener. Nach einem stürmischen Morgen geleitet ihn ein Wegweiser zu einem Friedhof. Doch seine Sehnsucht wird nicht gestillt, er kann noch nicht sterben. Mit einem neuen trotzigen Aufbegehren zieht er weiter - und trifft schließlich in einem alten Leiermann seinen musikalischen Weggefährten.

 

Einiges spricht dafür, dass Schubert und viele seiner Freunde die Biedermeierzeit und Metternich-Ära als epochale Eiszeit empfunden haben. Die Trostlosigkeit der „Winterreise“ hat in diesem Sinne durchaus auch eine politische Dimension: als musikalische Imagination eines ausweglosen Zustands von lastender Dauer und unlösbarer Erstarrung. Auf diesem Hintergrund bietet der Stoff für Regisseur Claude Mangen Freiraum für eine äusserst zeitgenössische Interpretation.

 

Sänger Daniel Johannsen Klavier Romain Nosbaum Inszenierung Claude Mangen Bühne und Kostüme Jeanny Kratochwil Produktion Mierscher Kulturhaus Mit der freundlichen Unterstützung der Österreichischen Botschaft Luxemburg und dem Tonstudio Edlmair & Lenz.

 

© Sven Becker

 

Daniel Johannsen, geboren 1978 in Wien, studierte Kirchenmusik in Graz und Wien sowie Gesang bei Margit Klaushofer und Lied bei Robert Holl; er war Meisterschüler von Nicolai Gedda sowie Dietrich Fischer-Dieskau und ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Der gefragte Evangelist und Bachinterpret nimmt vielfältige Konzertverpflichtungen in ganz Europa, Nordamerika und Japan mit Musik aus allen Gattungen und Epochen wahr; Auftritte u. a. beim Israel Festival, bei La Folle Journée sowie den Salzburger Festspielen. Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern (etwa Wiener Philharmoniker und Freiburger Barockorchester) und Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt und Trevor Pinnock. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehübertragungen sowie CD-Aufnahmen. Produktionen u..a. an der Oper Leipzig, am Münchner Gärtnerplatztheater und an der Volksoper Wien. 2016/17 ist der Sänger abermals zu Gast bei der Staatskapelle Dresden. Passionskonzerte führen ihn in die Philharmonien von München und Berlin sowie ins Wiener Konzerthaus. Zudem tritt er gemeinsam mit Graham Johnson in der Londoner Wigmore Hall auf und wird an der New Yorker Carnegie Hall debütieren.

 

Romain Nosbaum ,geboren in der Schweiz, beginnt er im Alter von 7 Jahren seine Klavierstudium am Conservatoire de la ville du Luxembourg. Mit 15 spielte er zum ersten Mal mit Orchester (Concerto N.3 von L.V. Beethoven). Wenig später folgte ein Auftritt mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, unter der Leitung von Jan Schultsz (Concerto N.1 von Frédéric Chopin). Nach seinen Studium am Conservatoire National de Région de Metz, der Musikakademie Bâle, perfektionniert Romain Nosbaum sein Klavierspiel am Konservatorium in Bern, bei Rada Petkova. Unter anderen waren seine Professoren Alecander Müllenbach, Marie-Paule Aboulker, Peter Efler, Gérard Wyss, Emile Naoumov, Mikhail Faerman, Jean-Claude Vanden Eynden, Théodore Paraskivesco, und Norman Shetler (Salzburg). Zahlreiche Konzerte führten Romain Nosbaum durch ganz Europa und Russland, sowohl als Solist als auch als Kammermusiker (Luxembourg Festival, Festival de Bourglinster, Festival de Wiltz etc.).


Als gefühlvoller Künstler zeigt Romain Nosbaum seine Vorliebe für das romantische Piano Repertoire, den Liedgesang und die mélodie française. Auf zahlreiche CD Aufnahmen (Bach-Busoni, Chopin, Rachmaninov), folgte die Aufzeichnung der gesammelten Werke für Piano der Komponistin Albena Petrovic Vratchanska, unter dem bulgarischen Label GEGA new. Diese Aufnahme erntete hervorragende Kritiken und führte zu einer großen Europa-Tournée.

 

Claude Mangen ist bekannt für außergewöhnliche Theaterproduktionen und innovative Inszenierungen. Die Musik spielte in seiner Arbeit schon immer eine wichtige Rolle: West Side Story und Alice under Ground beim Festival in Wiltz, oder Die Dreigroschenoper im Grand Théâtre waren bedeutende Etappen in seiner Karriere. Seine rezentesten Projekte konzentrierten sich auf musikalisches Theater. Händels Oper Rinaldo, oder die Musik-Revue Frou Frou im CAPE in Ettelbrück, sowie die Metal-Oper Kveldulf - der Abendwolf auf der Séibühn Ënsber waren ein großer Erfolg. Im Mierscher Kulturhaus hat Claude Mangen eine Reihe großer Projekte wie Mischa der Fall, Schold a Schäin, Äiskal und im vergangenen Jahr Call me Madam inszeniert. Fremd bin ich eingezogen ist ein weiterer wichtiger Schritt in Claude Mangens künstlerischer Arbeit und eine neue Herausforderung für alle Beteiligten.

 

 

 

Mit der freundlichen Unterstützung von: